Emmanuel Eni


Emmanuel Eni wurde in Igbanke im Westen Nigerias geboren. Nach dem Besuch der weiterführende Schule in Nigeria studierte Eni bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Universität von Benin, Nigeria und an der Royal Academy of Art in London. Seit 1993 lebt und arbeitet Emmanuel Eni in Berlin. Er ist als Bildhauer, Maler, Poet, Musiker und Multimedia-Künstler in den verschiedensten Bereichen kreativ tätig. Neben seiner künstlerischen Arbeit engagiert sich Eni auch in sozialen Projekten, so zuletzt im Sommer 2010, als er im Potsdamer Waschhaus ein Benefiz-Festival für sauberes Trinkwasser in Afrika organisierte.

Seit seiner ersten Ausstellung im Jahre 1987 präsentierte Eni sein vielfältiges Werk in verschiedenen Gruppen- und Einzelausstellungen auf der ganzen Welt, so unter anderem im Centre Pompidou, der Lisa Parker Gallery in New York und dem National Museum in Lagos.
Schon in seiner Kindheit begann Eni sich für bildende Kunst zu interessieren, nachdem er in Begleitung eines Verwandten im Alter von fünf Jahren zum ersten Mal eine Kunstausstellung besucht hatte. Den nachhaltigen Eindruck, den die ausgestellten Gemälde auf ihn machten, beschreibt er folgendermaßen: „Die Bilder waren wie ein exquisiter Teil der Natur und in ihrer Realität genauso wie die Umwelt um sie herum. Von diesem Zeitpunkt an war ich begeistert von der Natur des Lebens und versuchte dies durch die Kunst zu begreifen.“

Dieser unmittelbare Ansatz bestimmt auch heute noch die Kunst von Emmanuel Eni und durchzieht sein Werk. Seine Gemälde und Skulpturen zeichnen sich durch Dynamik und Expressivität aus, die den Betrachter mitreißt. Gleichzeitig findet sich in vielen seiner Werke ein gewisses Augenzwinkern, wie etwa in dem Gemälde „Hamburger“. So entdeckt man bei genauerem Hinsehen zwischen den beiden Brötchenscheiben des Hamburgers menschliche Gesichter. Mit den ironischen Anklängen in seinem Werk nimmt Eni Bezug auf die Absurditäten des Lebens. Dennoch ist er in seinem Blick auf die Welt nie zynisch, vielmehr zeigt sich in seinen Arbeiten ein zutiefst humanistischer Ansatz. Emmanuel Eni sucht mithilfe der Kunst nach Antworten und sieht sich selbst als Vermittler zwischen den Welten. Für ihn ist die Auseinandersetzung mit Materialien wie Ton, Fiberglas oder Bronze für die Herstellung seiner Skulpturen oder das Malen mit Acrylfarbe ein Weg, Menschen zu erreichen. Dieser Versuch des Austauschs und der Kommunikation zeigt sich auch in seinen Performances, in denen er die Grenzen zwischen Musik, Kunst und Poesie auslotet. Zu seinen bekanntesten Arbeiten in diesem Bereich zählt die Performance „Blackman in European Kitchen“, die er u.a. auch am Goethe-Institut in Lagos präsentierte.

Sein künstlerisches Konzept überzeugt durch seine Vielfältigkeit im Ausdruck, der Verbindung von unterschiedlichen Materialien und dem unorthodoxen Umgang mit Themen, die ihn bewegen. „Meine Kunst ist Gefühl, die das Auge formt“, so sagt Eni selbst, „die Skulpturen sind Körper meiner Gedanken, denen ich Raum gebe.“

Silke Petersen, M.A. , April 2011

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